Der letzte Blaze

Highland Falls – New York

Nachdem der Ausstieg beschlossen war, musste ich meine Heimreise organisieren. Ich wollte am Mittwoch nach New York fahren, dort in einem preiswerten Hotel übernachten und schauen, ob ich einen Flug nach Deutschland bekomme. Nun New York und preiswerte Hotels, das ist ein Widerspruch in sich. Da ich erst für Donnerstag ein einigermaßen günstiges Zimmer buchen konnte, blieb ich noch einen Tag in High Falls. Am Morgen ging ich in den Ort, um meine Wäsche zu waschen. Den Vormittag verbrachte ich damit, dem Regen bei der Arbeit zu zuschauen. Erst am Nachmittag wurde das Wetter wieder besser. Ich machte einen kleinen Ausflug zum Mexikaner und dann ging es noch zum Resupply für den Abend und das morgige Frühstück. Den Abend verbrachte ich damit, einen Flug nach Deutschland zu suchen.

Da sich mein Reisebüro wegen der Umbuchung meines Fluges noch nicht gemeldet hatte, buchte ich am Donnerstag früh einen anderen Flug. Der Flug geht schon am Freitag Abend von New York nach Frankfurt. So komme ich schneller als erwartet nach Deutschland. Nachdem dies geklärt war, checkte ich im Motel aus und machte mich zu Fuß auf den Weg nach Garrison Station (Bahnhof). Es ging zunächst an einer Nebenstraße entlang, später gelangte ich zu einer Schnellstraße, die überraschenderweise über einen Fussweg verfügte.

So schaffte ich es gefahrlos nach Fort Montgomery, hier traf ich auch wieder auf Hiker. Komisches Gefühl nicht mehr dazu zugehören. Am Ende der Stadt traf ich nochmals auf den AT, dem ich nun noch einmal folgte. Es ging über die Bear Mountain Bridge, die den Hudson überquert.

Kurz nach der Brücke hieß es endgültig Abschied nehmen. Ich machte noch ein letztes Foto vom Trail

und wandte mich der Straße zu, der ich nun für 5 Meilen folgte. Am Bahnhof angekommen, kaufte ich mir ein Ticket für die Fahrt nach NYC und schon fuhr der Zug ein. Wenigstens hier hatte ich ein gutes Timing.

In New York angekommen, suchte ich mir zuerst etwas zu Essen.

Direkt im Bahnhof gibt es einen Foodcourt. Meine Wahl fiel auf Asia-Futter. Hinter mir waren auf einmal deutsche Stimmen zu vernehmen. Ich drehte mich um und vor mir stand Jörg Pilawa. Wir wechselten ein paar Worte und verabschiedeten uns wieder. Nach dem Essen ging ich zum Hotel, das sich in Bahnhofsnähe befand. Nachdem ich geduscht war, drehte ich eine Runde um den Block. Wow so viele Menschen. Es ging zum Empire State Building und dann zum Broadway,

anschließend im großen Bogen nochmals zur Grand Central Station. Hier wollte ich eigentlich schon einmal mein Ticket für morgen zum Flughafen kaufen, doch es war so viel los, das sich lange Schlangen vor dem Ticketautomaten gebildet hatten. Ich suchte nun einen Supermarkt auf. Für das Abendessen und das Frühstück zahlte ich fast 30 Dollar. Ziemlich teuer hier.

26.07.2018

Der Ausstieg

Highland Falls

8.30 Uhr war es soweit. Während sich die 3 Germans wieder auf den Weg machten um weiter Richtung Maine zu wandern, blieb ich im Motel. Hier und jetzt würde mein Versuch enden, den Appalachian Trail am Stück zu wandern. Schon vor 2 Tagen war mir endgültig klar, das ich nicht mehr bis Mt. Katahdin laufen würde. Ich hatte nur noch keinen konkreten Ausstiegspunkt bestimmt, da immer noch Tief in mir ein kleiner verzweifelter Snickers hoffte, das die Entscheidung für den Ausstieg nicht endgültig sein würde. Doch die letzten Tage haben mir gezeigt, das ich einen Schlussstrich ziehen musste. Hier hatte ich nun die Infrastruktur, die mir einen einfachen Weg zurück in die Zivilisation boten. Somit war auch das Wann und Wo geklärt.

Es fiel mir jeden Tag schwerer mich auf den Trail einzulassen. Während ich jeden Moment genoss, der nicht aus wandern bestand und mich immer noch wie ein Hiker fühlte, konnte ich mich kaum noch auf das Hiken freuen. Ich schleppte mich nur noch von Punkt zu Punkt. Letztendlich waren es die Steine, die mir zeigten, wo meine Grenzen liegen. In den letzten Tagen war ich mehr damit beschäftigt Umgehungen, Abkürzungen, oder Straßen zu finden um den Steinen wenigstens für kurze Zeit zu entkommen.

Ich kontaktierte Ninja und teilte ihm mit, das ich nicht mehr auf den Trail zurückkehren werde. Er war zwar kurz geschockt, akzeptierte aber meine Entscheidung. Er schlug mir noch vor, das ich einige Tage nach New York fahren solle um dann mit frischer Energie zum Trail zurück zukommen. Das würde aber nicht reichen. Ich habe mittlerweile so eine Aversion gegen die Steine und Felsen entwickelt, das da einige Tage Urlaub auch nicht mehr helfen.

Ich kontaktierte das Reisebüro, wegen der Umbuchung meines Fluges und machte Reisepläne. Am Nachmittag ging ich in die Stadt und besorgte mir mein Abendessen. Die Stadt beherbergt eine sehr bekannte Institution, die Militärakademie West Point ist hier beheimatet und man stößt überall auf sie.

Am Abend „feierte“ ich meinen Ausstieg mit einem Sixpack.

24.07.2018

Der letzte Tag

Fingerboard Shelter (1389,4) – Bear Mountain State Park (1404,0)

Die Nacht war ganz gut, auch wenn der Regen, der in der Nacht niederging etwas störte. Ich stand gegen 7 Uhr auf, ging zum Shelter hoch und besprach mit Ninja den Plan für den Tag. Da mein Zelt total nass und verdreckt war, wollte ich bis Fort Montgomery gehen und dann ein Motel suchen. Ninja war einverstanden und wollte vor Ort nach einem Motel Ausschau halten.

Nach der gestrigen Etappe, die mir noch in den Knochen steckte, ging ich den Tag gemütlich an. Kurz nach 9 Uhr war es so weit, es ging zunächst zum Seven Lakes Drive hinunter, dem ich für die nächsten gut 3 Meilen folgte. Am See konnte ich sogar einige unverdrossene Wasserratten beobachten, die trotz Regen badeten. Am Beach stellte ich mich kurz unter und kaufte an einen Automaten eine Cola. Es ging noch etwas an der Straße entlang, bis ich wieder auf den Trail stieß. Nun wieder nach oben zum Pausenshelter, mittlerweile war ich wieder komplett durchnässt, was bei den herrschenden Temperaturen aber nicht so dramatisch ist. Der Regen hatte mittlerweile aufgehört, im weiteren Tagesverlauf sollten aber noch einige Schauer niedergehen.

Nach der Pause ging es im flotten Wechsel steinig und felsig Auf und Ab. Hier konnte ich schon einmal einen Blick auf den Hudson River werfen, der mein Ziel bildete.

So weit war es aber noch nicht. Es ging noch einmal länger den Berg hinauf. Nach dem ich wieder unten war, musste ich einen stark befahrenen Highway überqueren, zum Glück waren die Richtungsfahrbahnen durch ein kleines Wäldchen getrennt. So konnte ich die Straße gefahrlos überqueren. Es folgte sogleich der nächste Anstieg, den ich etwas abkürzte, in dem ich einen Sidetrail benutzte und so den Gipfel ausließ. Es ging nun auf neu angelegten Weg hinunter zum Hudson River.

Am Bear Mountain State Park nutzte ich das vorhandene WLAN des Visitor Center und erfuhr von Ninja, das alle Motels im Ort aufgebucht seien und er 7 Meilen weiter gezogen war. Die wollte ich nicht mehr hinter mich bringen. Dazu war ich schon zu geschafft, zudem wollte ich mein Zelt reinigen und trocknen. Ich schaute im Internet kurz nach Motels in meiner Umgebung und wurde schnell fündig. Ich reservierte mir ein Zimmer und musste nur noch den Transport regeln. Dank Über stand ich schon eine halbe Stunde später unter der Dusche. Anschließend wurde mein Zelt gebadet und aufgehängt. Die restlichen Sachen verteilte ich zum Trocknen im Zimmer. Danach bestellte ich mir eine Pizza. Dabei scheiterte ich fast an der Adresse, da mein Handy immer wieder eine andere Adresse einsetzte. Erst als ich das Hotel weg ließ und nur die Adresse eingab klappte es. Während ich auf die Pizza wartete, stellte ich fest, das im Zimmer neben mir die 3 Germans wohnten. Sie hatte ich das letzte Mal in Harpers Ferry gesehen. Sie luden mich auf ein Bier zu sich ein. Als die Pizza kam, lud ich die anderen ein, mir bei dem Ungetüm zu helfen. Doch leider waren sie alle satt, so das ich alleine Essen musste.

Ich verabschiedete mich von den anderen und ging wieder in mein Zimmer. Ich brachte nun den Blog wieder auf den neusten Stand und konnte trotz fragwürdigen Internet einige Beiträge hochladen.

23.07.2018

Bärensichtung am Abend

Warwick (1370,0) – Fingerboard Shelter (1389,4)

Wie üblich, wenn wir im Motel schlafen, waren wir etwas Langsamer. Es war schon nach 9 Uhr, als wir bei leichtem Regen aufbrachen. Es ging zunächst wieder an der Straße entlang. Nachdem wir am Trail angekommen waren, folgte ich zunächst einen netten Weg. Bald wurde es steiniger und schon musste ich über einige glitschige Felsen klettern. An einem kleinen Wasserfall traf ich nochmals auf Root Ninja. Ich nutzte die Gelegenheit und wechselte das Wasser aus, da das Stadtwasser immer stark gechlort ist. Es ging nun Steil auf Stufen am Wassefall hinauf.

Danach auf und ab, auf steinigen Geläuf. An einer Kreuzung mit einer Straße fand ich wieder einen Wassercache, den ich nutzte, um mein Wasser abermals zu ergänzen. Es ging auf felsigen Untergrund weiter, was bei den feuchten Bedingungen nicht besonders angenehm war.

Jetzt wurde jeder Auf- und Abstieg zur Herausforderung, zudem ich nun immer mehr Probleme mit meinem rechten Bein bekam. Ich musste sogar 2 Ibu’s nachwerfen. Half nur begrenzt. Es wurde immer später und das Ziel war immer noch fern. Ich kam nun zum Lemon- Squeezer, einer Felsformation,

bei der man sich durch einen enger werdenden Spalt im Felsen quetschen muss. 2 Meilen vor dem Shelter ging ein Wolkenbruch nieder, so das ich nach wenigen Minuten total durchnässt war. Kurz vor dem Ziel holte ich noch einmal Wasser, da am Shelter keine Quelle vorhanden ist. Als ich zum Shelter kam traf ich auf einen Bär, der gerade ein Zelt inspizierte. Er schaute kurz wer ihn stört und verschwand in der zunehmenden Dunkelheit. Wie ich am nächsten Tag erfuhr, schlich der Bär schon den ganzen Tag um den Shelter herum. Der Shelter war leider schon voll, so das ich mein Zelt aufbauen musste. Ich verzichtete aufs Kochen und aß nur etwas Trailmix. Im Zelt konnte ich auf trockene Klamotten wechseln und ging bald schlafen.

22.07.2018

Wow, was für ein Rausch

Pochuk Mtn. Shelter (1351,5) – Warwick (1370,0)

Miese Nacht. Die nichtvorhandenen Mosquitos von Abend tauchten doch noch auf und machten uns das Leben schwer. Dazu wachte ich in der Nacht vom eigenen Gestank auf. Zeit für ein Motel. 7.40 Uhr begann ich mit meinem Wandertag. Es ging zuerst den Rest des Hügels hinauf. Zum richtigen warmwerden im Gipfelbereich etwas verblockt.

Nach einigen Auf und Ab ging es ins Tal. Dort überraschte mich mal wieder eine Kühltasche mit Trailmagic. Im Tal durchquerte ich nun einen Swamp auf Stegen und Brücken.

Der folgende Aufstieg hatte es wieder in sich 900 Ft steil nach Oben durch Geröllfelder. Hier war einiges los, da viele Tagesausflügler unterwegs waren. Nach der Passage wurde es aber wieder ruhiger. An einem Bach ersetzte ich meine Wassevorräte und legte eine kürzere Pause ein.

Es ging nun auf recht guten Weg zum Warayanda Shelter. Ich wurde nochmals mit Trailmagic beglückt und erreichte den Shelter, an dem mich schon Ninja erwartete. Wir setzten nun unseren Weg gemeinsam fort. Nach kurzer Zeit kamen wir zu einer recht belebten Straße, der wir nun folgten. Hier wechselten wir wieder einmal den State, wir werden nun in New York wandern. Bei Rite Shop erledigten wir unseren Resupply und bekamen an der heißen Theke etwas zu beißen. Weiter zum Motel, an der stark befahrenen Straße keine besonders angenehme Sache. Im Motel angekommen, war die Rezeption unbesetzt. Ninja fand nach kurzer Suche eine Ansprechperson, aber in einem sehr fragwürdigen Zustand. Die Angestellte war schwer betrunken und schaffte es gerade so uns ein zu checken. Ich achtete diesmal besonders darauf, welchen Betrag sie von der Visa abbuchen wollte. Im Zimmer angekommen, ging es zuerst unter die Dusche, danach wurde Wäsche gewaschen. Diesmal Waschprogramm heavy. Nachdem die Klamotten wieder trocken waren, ging es zum Essen in das Restaurant über die Straße. Ich bekam eine Vorsuppe und anschließend Fisch, mit Kartoffel und Gemüse, plus die Pommes von Ninja. Zurück im Motel packte ich den Einkauf um und widmete mich dem Blog. Leider konnte ich keine Beiträge hochladen, da das WIFI so mies war, das man kaum das Wetter nachfragen konnte. Derweil kühlte ich mein rechtes Bein, da es immer noch rummuckerte.

21.07.2018

Tag 100

Rutherford Shelter (1334,5) – Pochuck Mtn. Shelter (1351,6)

Im Zelt hatte ich eine ruhige Nacht. Kurz vor 7 Uhr war Wecken. Pünktlich 8 Uhr nahm ich die Verfolgung von Ninja auf. Es ging zunächst zurück zum Trail. Dort zunächst steinig hoch und runter, wobei das runter etwas überwog. Es gab einige schöne Aussichten und einige kleine Kkettereinlagen. Nach gut 4 Meilen kam ich am High Point Shelter vorbei, den Goober gerade verließ. Da er ein sehr schneller Hiker ist, verlor ich ihn gleich wieder aus den Augen. Der Weg wurde nun spürbar besser. Auch wenn immer mal wieder einige kurze steinige Stellen, daran erinnerten, das ich mich auf dem AT befinde. Es ging nun abwechslungsreich durch den Wald, auf Wiesenwegen und an Teichen vorbei. An der Straße nach Union Ville verließ ich den AT und folgte der recht ruhigen Nebenstraße bis in den Ort.

Nun befand ich mich schon im nächsten Bundesstaat, New York. Am General Store traf ich auf mehrere Hiker, die hier abhingen. Ich steuerte aber sofort die Taverne an, dort wartete schon Root Ninja auf mich. Ich bekam einen Cheeseburger mit French Fries und 3 Bud Lite. Danach gingen wir gemeinsam zur End of the Pine Grocery. Zum Glück brauchten wir keinen Resupply, denn hier wären wir aufgeschmissen gewesen. Die Regale und Kühlschränke wiesen doch deutliche Lücken auf und das Angebot war für Hiker ungeeignet. Ich kaufte mir nur 2 Dosen Bud Lite und ein Eis. An der Grocery hatten wir auch wieder den State gewechselt und befanden uns wieder in New Jersey.

Es ging nun wieder aus dem Ort und wir fanden schnell den AT wieder, der auch kurz auf der Straße entlangführt. Wir blieben noch etwas länger auf der Straße und starteten noch schnell einem Obst- und Gemüsestand einen Besuch ab.

Danach ging es zum AT. Nach einem kurzen aber heftigen Aufstieg erreichten wir den Shelter. Da die besten Tentspot’s schon von Sektionshiker belegt waren und kaum Mosquitos herum schwirrten, machten wir uns im Shelter breit, den wir für uns hatten. Nach einem Abendessen der etwas anderen Art

ging es pünktlich zur Hikermidnight ins Bett.

20.07.2018

Ich werde zum Straßenfinder

Brink Shelter (1319,5) – Rutherford Shelter (1334,5)

Die Nacht war erstaunlich kühl. Keiner wollte so recht aus seinem Schkafsack raus. Kurz vor 7 Uhr hieß es raus aus de Federn. Bis 8.30 Uhr hatte ich alle morgendlichen Aufgaben abgearbeitet und war startbereit. Da mir mein rechtes Bein immer noch Schmerzen bereitete, entschloss ich mich, die ersten 9 Meilen des Tages nicht auf dem Trail zu gehen, sondern auf Straßen auszuweichen. Direkt am Shelter führte eine Schotterstraße vorbei, die parallel zum AT verläuft.

Ich folgte ihr für einige Meilen, während dessen ich mich vieler Mosquitos erwehren musste. Am Ortseingang von Culvers Gap wurde die Straße besser und die Mücken verschwanden. Ich ging nun längere Zeit durch den Ort. An der Hauptstraße traf ich wieder auf dem AT, den ich links liegen ließ. Ich folgte nun für 5 Meilen einer kleinen Straße, die zu einigen Ausflugszielen führt und nur schwach befahren war. Es ging nun merklich nach oben, so das ich auch auf guten Untergrund ins Schwitzen kam. Gut eine Meile vor dem Parkplatz, auf dem ich wieder auf den AT stoßen sollte, legte ich eine kleine Pause ein, da ich nun merklich Hunger bekam. Am Parkplatz angekommen, wurde ich freudig von einigen Hiker begrüßt, die es sich bei einer Trailmagic gemütlich gemacht hatten.

Es gab Hot Dogs, Chips, Cookies, Melone, Orange und Kirschen, dazu kühle Getränke. Ich blieb etwas länger vor Ort. Später kam Auch Ninja hinzu, der auf einem Felsen ein ausgedehntes Sonnenbad genossen hatte.

Nun ging es auf dem Trail weiter. Es ging gewohnt auf steinigen Untergrund durch den Wald immer leicht auf und ab. Nach drei Meilen erreichte ich den Mashipacong Shelter, wo schon einige Hiker eine Pause eingelegt hatten. Da der Shelter kein Wasser bietet, wollte ich nach kurzer Rast weiter.

Doch ein netter Zeitgenosse hat in der Bearbox ein Wassercache angelegt, aus dem ich mich bedienen konnte. So wurde die Pause wieder etwas länger.

Nun musste ich noch die letzten 3 Meilen des Tages hinter mich bringen.

Das ging ganz gut, bis sich mein lädiertes Bein kurz vor dem Ziel wieder zu Wort meldete. Noch etwas langsamer kam ich zum Shelter, wo schon ein einsames Zelt auf der Wiese stand. Ninja war vor den Mosquitos in seine Behausung geflüchtet. Ich schaute mich kurz um und beschloß zuerst Wasser, dann Zeltaufbau. Die Wasserquelle war mehr als bescheiden. Es dauerte einige Minuten, bis ich aus dem Rinnsal wenigstens 2 Liter geschöpft hatte. Danach war das Zelt dran, in welches ich mich sofort für eine Stunde zurückzog. Danach musste ich wieder raus. Essenzeit. Während ich beim Essen war, wurde ich von Mosquitos belagert, so das ich mich danach wieder in das Zelt zurückzog.

19.07.2018

Ridge und Feuerturm

Tentsite (1302,3) – Brink Shelter (1319,5)

Nachdem sich der abendliche Schauer verzogen hatte, blieb die Nacht trocken. Ich verließ unser Lager erst 8.30 Uhr und folgte der Ridgeline zum Mohican Outdoor Center. Dort erwartete mich ein zweites sehr reichhaltiges Frühstück. In der Zwischenzeit konnte ich mein Telefon laden und den Inhalt meines Rucksackes in der Sonne trocknen. Nach zwei Stunden Aufenthalt, war es Zeit weiter zu ziehen. Also alles wieder eingepackt und los. Es ging weiter auf der Ridge entlang, allerdings mit merklichen auf und ab.

Der Weg lieferte wieder genug Steine, damit ich mich ja nicht langweilte. Hier in New Jersey ist das Gelände etwas offener. SO kam ich an einigen Ausblicken, einen Teich und einem Feuerturm vorbei.

Ich ließ es mir nicht nehmen, hoch zu klettern, obwohl die Kanzel abgesperrt war.

Wegen der Reizung im rechten Bein, die mich schon seit einigen Tagen plagt, kam ich recht langsam vorwärts, so das ich den Zielshelter erst 19 Uhr erreichte. Der Shelter war schon belegt, also baute ich mein Zelt auf, was hier die bessere Wahl war, da die Umgebung nur so von Mosquitos wimmelte. Nach dem Wasser holen, bereitete ich mir noch schnell mein Abendessen zu und verschwand alsbald im schützenden Zelt.

18.07.2018

Auf nach New Jersey

Delaware Water Gap (1294,7) – Tentsite (1302,3)

Da er Bunkroom nur spärlich belegt war und kein Schnarcher unter den Schläfer war, habe ich gut geschlafen. Leider ist immer ein Frühaufsteher dabei. Ich stand gegen 7 Uhr auf und widmete mich erst einmal meinen Blog, da ich einen Tag hinterher hing. Anschließend wusch ich Wäsche, während Ninja Frühstück besorgte. Am Vormittag fuhren wir zu Walmart um uns für die nächsten Tage einzudecken. Während des Einkaufs, ging mal wieder die Welt unter. Zurück vom Resupply, hatte es sich eingeregnet. Ich sortierte meinen Einkauf und packte meinen Rucksack, da wir noch raus wollten. Bei dem Wetter hatten wir allerdings keine Lust los zu ziehen. Derweil füllte sich das Hostel immer mehr mit ankommenden Hiker, So das der Bunkroom schon am frühen Nachmittag voll war. Gegen 15 Uhr fällten wir die Entscheidung, jetzt oder nie. Also jetzt. Trotz Regen ging es los. Zunächst ging es aus dem Ort zur Interstate. Wir mussten neben der Autobahn auf der Brücke den Delaware überqueren, ein feuchtes Vergnügen. Auf der Brücke wechselten wir in den 8. Bundesstaat, New Jersey ist unser neuer Gastgeber. Nach der Brücke kamen wir noch am Kittakinny Visitorcenter vorbei, das wie ausgestorben war. Nun ging es wieder im den Wald und es folgte ein längerer Aufstieg mit netter Steigung und wenig Steinen.

Leider änderte sich das auf den Bergrücken. Wieder wurden die Steine mein ständiger Begleiter. Am Sunfish Pond (Teich) eines der 7 Naturwunder im New Jersey, wurde es noch schwieriger.

Wieder musste ich einige Steine umklettern. Dort traf ich auf Ninja, die Australier und Rouge Cartago, einen Hiker, mit dem wir seit einigen Tagen wandern. Wir verabredeten uns für die nächste Tentsite und alle waren wieder verschwunden. Ich kämpfte mich noch um den See, danach wurde der Weg zum Glück besser. Ich pflückte nebenbei Blaubeeren, lecker. Am Camp angekommen fand ich sogar noch einen brauchbaren Platz für mein Zelt und baute sofort auf. Nach dem Essen verzogen wir uns sofort in unsere Zelte, da wieder viele Flugtiere unterwegs waren. Kaum hatte ich mich in mein Zelt verzogen, ging überraschenderweise der nächste Regenschauer nieder. Im trockenen Zelt halb so Wild

17.07.2018

Abschied von Rockyvania

Leroy A. Smith Shelter (1274,5) – Delaware Water Gap (1294,7)

Pünklich 8 Uhr verließ ich den Shelter schwer bepackt, da Wasser wieder Mangelware war. Die ersten Meilen ging es ohne größeren Höhenunterschied auf gewohnt miesen Untergrund dahin. Da ich mir am rechten Unterschenkel eine angepisste Sehne zugezogen hatte, war ich etwas gehandicapt und kam dementsprechend schleppend voran. Das drückte ziemlich auf die Stimmung. Nach 4 Meilen ging es etwas zur Wind Gap nach unten. Ich hoffte, das der Trail nach der Gap besser werden würde, eine Enttäuschung. Es ging wieder steil hinauf und ich durfte wieder ein wenig klettern. Auf der Ridgeline blieb der Weg zunächst unterirdisch.

Ich kämpfte mich weiter durch das Gelände, bis ich zu einem Bypass kam, an dem man einen steilen Felsen umgehen kann. Da auf der Umleitung auch eine Quelle zu finden ist, ging ich den einfachen Weg. Wieder wurde ich enttäuscht, da die Quelle trocken war. Zum Glück hatte ich genug Wasser gebunkert und mit etwas Einteilung sollte ich bis zum nächsten Shelter kommen. Trotz allem legte ich hier meine Lunchpause ein, wenn gleich ich dabei immer wieder von Mosquitos genervt wurde.

Ich folgte weiter dem Bypass und wurde mit einem schönen Wanderweg belohnt. Nachdem ich wieder auf dem AT war, blieb der Trail zunächst einigermaßen Zivil, um dann doch wieder in altbekannte Muster zurück zu fallen. Steinig und nervenraubend ging es zum Kirkride Shelter. Kurz vorher bekam ich an einem Parkplatz noch Wasser von einem Autofahrer. Nette Leute hier. Am Shelter traf ich auf Yeah Yeah, den Papa Australier. Er kam gerade vom Wasser holen und konnte mir den Weg weisen.

Nach einer weiteren Pause, ging es zum Endspurt. Noch knapp 6 Meilen. Zunächst weiter auf der Ridge, bei teilweise besser werdenden Trail. Dann recht steil und steinig dem Tal entgegen.

Hier hieß es, noch einmal gut aufpassen. Dann war es geschafft. Ich hatte Pennsylvania geschafft, da wir morgen, direkt nach der Stadt die Stateline zu New Jersey erreichen. Ich ging direkt ins Hostel, das von einer Kirchengemeinde betrieben wird und kostenlos (Donation erwünscht) ist. Es war nicht besonders viel los, da bei guten Wetter die Hiker in alle Winde zerstreut sind. Ich sicherte mir ein Bunk Bett, ging duschen und war ausgehbereit. Mit Ninja ging es zum Eisladen, dort verdrückte ich 3 große Kugeln Eis. Anschließend ging es zum nächsten Restaurant, wo ich eine Fullsize-Portion Sparerips mit Pommes und Krautsalat bekam. Zurück im Hostel nutzte ich noch etwas das WLAN, um zu schauen was so in der Welt los ist und verzog mich bald in mein Bett.

16.07.2018